Leitungsbeschädigungen vermeiden statt beheben | 29.07.2013

Die Swisscom zählt jährlich 4000 Leitungsbeschädigungen, die teuer zu stehen kommen. Dabei könnten Leitungsbeschädigungen vermieden werden.

Swisscom, Arbeiter bei Leitungsschaden
Swisscom, Baggerschaufel bei Leitungsschaden

    Tausende Beschädigungen an unterirdischen Werkleitungen entstehen in der Schweiz jährlich durch Aushubarbeiten, Bohrungen, Gartenumbauten oder Einschlagen von Pfählen. Da diese auf Plänen eingezeichnet sind, wären Beschädigungen vermeidbar.

    Die Swisscom ist als grösstes Schweizer Telekommunikations-Unternehmen täglich von Leitungsbeschädigungen betroffen. Alleine 2012 verzeichnete Swisscom 4'000 Beschädigungen an erdverlegten Kupfer- und Glasfaserkabeln. Die Beschädigungen verursacht haben Bauunternehmen, Landschaftsgärtner oder Landwirte.

    Häufigster Grund ist gemäss Peter Meyer von Swisscom die mangelnde Bauvorbereitung. Pläne, auf denen die Leitungen und Kabel verzeichnet sind, werden zu wenig beachtet, falsch gelesen oder schlichtweg nicht eingeholt. Hier haben gemäss Swisscom auch Architekten und Planer eine Verantwortung.

    Worst Case in Bern: Kabelbeschädigung in der Berner Marktgasse

    Im April 2013 hatte ein Bagger bei Sanierungsarbeiten in der Berner Marktgasse auf einen Schlag elf Glasfaser- und dreizehn Kupferkabel der Swisscom beschädigt. Jedes dieser Kabel enthält hunderte Glasfasern oder Kupferdrähte. Der Serviceausfall betraf mehr als 2'000 Kunden, darunter auch Geschäfte und Banken.

    Neben dem Festnetz-Telefon funktionierten der Internetzugang und der Fernsehempfang nicht. In vielen Geschäften waren zudem die Kartenlesegeräte ausser Betrieb. Die Techniker der Swisscom mussten jedes einzelne Glasfaser- und Kupferkabel wieder zusammenlöten. Trotz Reparaturarbeiten im Schichtbetrieb rund um die Uhr dauerte die Schadensbehebung fünf Tage.

    Die Baufirma konnte in dieser Zeit die Arbeiten nur eingeschränkt weiterführen. Neben der Auswirkung auf das Bauprogramm kann eine Leitungsbeschädigung das verursachende Bauunternehmen hunderttausende Franken kosten, betonen die Fachleute vom Swisscom-Netzbau.

    Kabelbeschädigungen sind einfach zu vermeiden

    Vor sämtlichen Grab- und Rammarbeiten müssen sich Bauunternehmen, Landschaftsgärtner und andere im Tiefbau tätige Unternehmen die Pläne beschaffen.

    Netzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, Planauszüge zur Verfügung zu stellen und bei Unklarheiten Hilfestellung zu leisten.

    Bei Swisscom kann die Planauskunft am einfachsten auf der Netzbau-Website eingeholt werden. Dort können Pläne rund um die Uhr schnell, einfach und kostenlos bezogen werden. Die Pläne können aber auch per Fax, Telefon und E-Mail angefordert werden.

    Checkliste: Wie vermeide ich Leitungsbeschädigungen?

    Vor den Arbeiten

    • Bei den Werken anfragen, ob im Arbeitsbereich Leitungen vorhanden sind.
    • Swisscom erteilt die Planauskunft auch online auf der Netzbau-Website.
    • Markieren der Werkleitungen vor Ort.

    Während der Arbeit

    • Nur in Gebieten arbeiten, für welche Werkleitungspläne vorhanden sind.
    • Werkleitungen von Hand sondieren. Allfällige Angaben zur Tiefe sind mit Vorsicht zu verwenden.
    • Freigelegte Werkleitungen sichern und schützen.

    Bei Problemen

    Autor: Jürg Vollmer / HMQ AG, Swisscom AG

    Foto: Swisscom AG